Bericht über die Veranstaltung zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7.10.2009 in Berlin veranstaltet vom Internationalen Gewerkschaftsbund IGB und vom DGB
von Bettina Domer und Corinna Bodden
Aktionen vor dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Dem Aufruf zur Teilnahme an den Aktionen zum Welttag für menschenwürdige Arbeit in Berlin, sind zahlreiche Kolleginnen und Kollegen gefolgt. Angereist auch aus Sachsen, Thüringen, und sogar Kollegen von der IG Metall aus Stuttgart, fanden sie sich vor dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein, und wurden von Doro Zinke, der stellv. Vorsitzende des DGB Bezirk Berlin -Brandenburg, begrüßt.
In der Kundgebung wurden die Themen: Arbeitsausbeutung, Mindestlöhne, Finanzkrise und globale Gerechtigkeit in Reden und szenischen Darstellungen angesprochen. Rainer Knerler, Regionalleiter von der IG Bau Berlin - Brandenburg, wies in seiner eindringlichen Rede auf die Arbeitsausbeutung der Gebäudereinigerinnen, die sich derzeit im Warnstreik befinden, vehement hin, und kritisierte die unwürdige Entlohnung der Kolleginnen.
Die globale Finanzkrise, für die die raffgierige und unkontrollierte Banker an den großen Börsenplätzen und in den Zentralen der Großbanken weltweit verantwortlich sind, wurde szenisch auf der Bühne von IGM-Kollegen/innen dargestellt, die nur so mit „Geldscheinen“ um sich warfen, am Pokertisch saßen und es sich auf Kosten der Arbeitnehmer/innen gut gehen ließen.
Auch Andreas Kraft, Kollege von der GEW Berlin, schilderte die prekäre Arbeitsplatzsituation im sozialen Bereich von Erzieher/inen und Akademiker/innen, gegen die von der GEW seit Mai 2009 eine Kampagne initiiert worden ist. Claus Matecki, Vorstandsmitglied des Geschäftsführenden DGB Bundesvorstandes, sprach zu den Auswirkungen der Finanzkrise, und überreichte mit John Monks, Generalsekretär des EGB (Europäischer Gewerkschaftsbund) die „Berliner Erklärung des Internationalen Gewerkschaftsbundes“ an Staatssekretär Günther Horzetzky vom BMAS. Die am 07.10.09 in Berlin vom Vorstand des IGB verabschiedete Erklärung fordert von den Regierungen einen globalen Beschäftigungspakt, und Maßnahmen gegen die weltweite Arbeitslosigkeit und Entrechtung.
Das Programm am Auswärtigen Amt stand unter dem Motto „Menschenrechte durchsetzten - Armut weltweit bekämpfen!“
Purer Zufall, aber passend: direkt neben der DGB-Bühne vor dem Auswärtigen Amt feierten Exiliraner die Befreiung von 36 Landsleuten im Irak. Der Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg Dieter Scholz sprach in seiner Eröffnungsrede „Wirtschaftskrise und Armut“ seine Glückwünsche aus: „Dies zeigt, dass die Verteidigung der Menschenrechte ein weltweites Thema ist und dass mit Beharrlichkeit und Solidarität auch Erfolge errungen werden können. Wir beglückwünschen die Menschen, für die Freilassung ihrer Familien im Irak, für die sie hier 70 Tage im Hungerstreik waren..“ Ute Foullong von der Amnesty International Gruppe „Verfolgte Gewerkschafterinnen“ wies in ihrer Rede auf die weltweiten Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftern/innen hin. Monika Wienbeck, Mitglied des Internationalen Lesben- und Schwulenverbands und der IG BCE, kritisierte die Verfolgung und Ausgrenzung von Menschen aus Gründen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Michaela Hoffmann von der Nationalen Armutskonferenz zeigte den Zusammenhang von Armut und Menschenwürde auf. Sir Leroy Trotman, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes von Barbados und Vorsitzender der Arbeitnehmervertreter der ILO, forderte internationale Stärke und Solidarität zur Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen. Die Berliner Band „Internationaler Wettbewerb“ war für die musikalische Untermalung zuständig. Moderiert wurde die Veranstaltung auf souveräne Art und Weise von Nele Heß (DGB Berlin-Brandenburg). Im Anschluss empfing Staatssekretär Silberberg vom Auswärtigen Amt Sir Leroy Trotman, Klaus Beck, Dieter Scholz, Wolfgang Lutterbach sowie Rederinnen und Redner der Veranstaltung und nahm die „Berliner Erklärung“ entgegen.
Im gemeinsamen Demonstrationszug unter den Fahnen der internationalen Gewerkschaftsbünde und mit Transparenten des Welttages für menschenwürdige Arbeit zogen die Kolleginnen und Kollegen solidarisch zum Brandenburger Tor, um sich dort auf dem Pariser Platz zur Abschlusskundgebung mit Ansprachen von Michael Sommer, Guy Ryder und Wanja Lundby, Musik, Imbiss und großem Solidaritätsbild der internationalen Gäste einzufinden.
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