Unter dieses Thema fallen die weltweite Kampagne gegen Armut sowie internationale Handels-, Hilfs- und Investitionsfragen. Die weltweite Kampagne gegen Armut zielt darauf ab, die Armut überall auf der Welt zu beenden: durch die Erhöhung der Entwicklungshilfe, die Streichung der Außenschulden und die Förderung eines gerechten Handels und einer besseren Global Governance, einschließlich der uneingeschränkten Achtung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte. Die Durchsetzung von menschenwürdiger Arbeit für alle als bestes Mittel zur Beendigung der Armut ist eine zentrale Forderung der Gewerkschaften.
Darüber hinaus sind die Gewerkschaften von Folgendem überzeugt:
• Die Gewerkschaften sind die legitimen Partner, wenn es darum geht, Verhandlungen zu führen und höhere Löhne für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchzusetzen und somit die Ungleichheiten abzubauen und die Armut zu bekämpfen.
• Die Achtung der Gewerkschaftsrechte und der IAO-Übereinkommen muss uneingeschränkt garantiert sein.
• Die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze mit sozialer Absicherung, grundlegenden Rechten und menschenwürdigen Löhnen und Arbeitsbedingungen muss im Mittelpunkt sämtlicher Armutsbekämpfungsstrategien stehen.
• Wir brauchen eine gerechte Globalisierung mit wirksamen Verfahren für eine gerechte Wohlstands- und Einkommensverteilung.
• Es ist notwendig, ein neuntes Millenniums-Entwicklungsziel im Zusammenhang mit menschenwürdiger Arbeit zu beschließen und Indikatoren festzulegen, um die in diesem Bereich und bezüglich der anderen acht Ziele erzielten Fortschritte zu messen.
• 60 Prozent der Armen der Welt sind Frauen, und die Arbeitslosenquote der Frauen ist weltweit ebenfalls höher als die der Männer. Wenn der Trend der Feminisierung der Armut umgekehrt werden soll, müssen weltweit 400 Millionen menschenwürdige Arbeitsplätze allein für Frauen geschaffen werden. Das weltweite Problem der fehlenden menschenwürdigen Arbeit für Frauen muss dringend mit nationalen und internationalen politischen Strategien angegangen werden, indem für die Beendigung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung auf den Arbeitsmärkten gekämpft und gleichzeitig die Ratifizierung der relevanten IAO-Übereinkommen seitens der Regierungen gefördert wird. Dies sollte den Mutterschutz und die Einrichtung von betrieblichen Kinderbetreuungszentren, vor allem in den Freien Exportzonen, beinhalten.
• Die Regierungen und die internationalen multilateralen Organisationen sollten alles daransetzen, um die informelle Wirtschaft auf die globale Agenda zu setzen und sie in einem gesetzlichen und institutionellen Rahmen anzusiedeln, der die Arbeitnehmerrechte schützt und eine Politik fördert, die auf die Ausweitung der beruflichen Bildung, die Erhöhung der Löhne und Einkommen und die Verbesserung des sozialen Schutzes abzielt.
• Die Welthandelsorganisation, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank bedürfen einer Reform und müssen ihre Politik auf die Schaffung von menschenwürdiger Arbeit für alle ausrichten.
Macht mit bei der Kampagne für menschenwürdige Arbeit und ein menschenwürdiges Leben für Frauen
Am 8. März 2008 wird der Internationale Tag der Frau, der seinen Ursprung in den Protesten, Streiks und Märschen von Gewerkschafterinnen hat, zum 100. Mal begangen. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit, für die Rechte erwerbstätiger Frauen einzutreten, und die historische Rolle, die Gewerkschafterinnen bei der Einführung des Internationalen Tages der Frau gespielt haben, erfordern eine ganz besondere Feier anlässlich des 8. März 2008. Wir möchten Euch daher bitten, bei der zweijährigen Weltweiten Kampagne für menschenwürdige Arbeit und ein menschenwürdiges Leben für Frauen mitzumachen.